Galloways lässt das bunte Treiben kalt
Zeitungsartikel Schwäbische Zeitung vom Montag 24.08.09

Lockte der Samstagabend schon überraschend viele Gäste an den Häselberg, so kamen die Besucher am Sonntag bei herrlichem Sonnenschein in noch größerer Zahl zum Weidenfest.
(SIGMARINGENDORF/sz) Viele Familien mit Kindern und erwachsene Gäste erlebten auf der Weide bei den Gallowayrindern so richtig "Natur pur". Besonders die Kinder hatten ihren Spaß an den für sie gebotenen Spielmöglichkeiten.
Die Idee, mit einer Veranstaltung in der Natur Spaß zu bereiten und auf die Haltung von Gallowayrindern aufmerksam zu machen, war nicht nur eine arbeitsaufwendige Vorstellung, sondern barg auch Risiken. Wie kommt die Idee bei der Bevölkerung an, denn es war ja Neuland? Entsprechend sorgfältig und intensiv bereitete Gerd Krugger mit Partnerin Marlies Zimmermann die Erstveranstaltung am Häselberg vor. Eine aus dem Freundes- und Stammtischkreis gebildete Helfermannschaft sorgte mit dafür, dass es selbst bei großem Andrang keinen Stau gab.
Am Samstagabend, als es kühler wurde, feierten die Gäste im Gerätehaus weiter. Der Sonntag bot dann günstigste Bedingungen und schon zu Beginn war das geräumige Parkplatzfeld gefüllt. Der Musikverein Kettenacker unter der Leitung von Robert Volk sorgte mit schmissigem Unterhaltungsspiel für die richtige Feststimmung unter den großen Sonnenschirmen, und auch hier mussten immer mehr zusätzliche Sitzmöglichkeiten herbeigeschafft werden. Der Küchen- und Servicebereich war ständig dicht umlagert, wollten alle doch die Erzeugnissen kennenlernen. Unter den Besuchern waren Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß und Bürgermeister Alois Henne.
Kinder und junggebliebene Erwachsene nutzten die verschiedenen Attraktionen wie das Weidenzügle und die aus gepressten Strohballen gefahrlose Hüpfburg. Nachmittags sah man am Sonntag viele hübsch bemalte Kindergesichter, von Erzieherinnen des Sig-dorfer Kinderhausteams geschminkt. Wer das Abenteuer auf dem Rücken der Pferde suchte, hatte dazu Gelegenheit beim Reiten durch das Gelände. Wer hat das beste Augenmaß für 500 Gramm Holz?, hieß es beim "Pfundsägen" der Sigmaringendorfer Holz-GbR. Sogar eine Infothek eines Kinderbuchverlags war eingerichtet. Nostalgisches boten für mehrere Stunden die "Oldtimerfreunde Linzgau e.V." aus Pfullendorf mit ihren gepflegten alten Schleppern verschiedener Fabrikate.
Und was sagten die Gallowayrinder zu all dem? Als Experte und bester Kenner dieser Tiere leitete Weideführer Hubert Geser vom Hofgut Stefansreute eine Exkursion. Die Lage für die Haltung der drei Bullen, fünf Mutterkühe und einem Kalb sei äußerst günstig. Die aus Schottland kommenden Tiere hätten durch ihr doppeltes Haarkleid zusätzlichen Schutz und seien genügsam. Das mit Obstbäumen bestückte vier Hektar große Wiesengelände biete bis zum Winter Nahrung im Freien und nur danach müsse zugefüttert werden.
"Der Freiluftstall hier ist für die Tiere ideal, alles in allem optimale Bedingungen", stellte Hubert Geser fest. Der Anteil an ungesäuerten Fettsäuren sei durch das natürliche Aufwachsen der Tiere hoch. Am Ende stellte Gerd Krugger zufrieden fest: "Der Aufwand war enorm, das Risiko auch, aber den Besuchern aus der nahen und weiteren Umgebung hat es gefallen."
(Erschienen: 24.08.2009)
Impressionen vom Weidenfest 2009 (auf Bild klicken um es zu vergrößern)

Galloways vom Häselberg
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